Gesetze

Lernfahrten ab 17 Jahre

Ab 1. Januar 2021 können Lernfahrten ab 17 Jahre durchgeführt werden. Wer den Lernfahrausweis vor dem 20. Altersjahr erwirbt (Jahrgang 2002 und älter), muss neu eine Lernphase von zwölf Monaten durchlaufen (Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA).


Ausbildungen neu unbeschränkt gültig

Ab 1. Januar 2021 gelten einmal absolvierte Ausbildungen (wie der Kurs Verkehrskunde, die praktische Grundschulung für Motorradfahrer) und bestandene Prüfungen (Theorieprüfung, praktische Prüfung) grundsätzlich unbefristet (Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA).


Änderungen bei Motorrad-Kategorien

Ab 1. Januar 2021 gelten folgende Motorradkategorien:
AM Kleinmotorräder bis 50ccm, 4kW Leistung und max. 45 km/h ab 15 Jahre
A1 Kleinmotorräder bis 125ccm und max. 11kw Leistung ab 16 Jahre
A2 Motorräder bis 35kW ab 18 Jahre
A Motorräder ohne Einschränkung (mindestens 2 Jahre A2 bis 35kW)

Der Einstieg ins Motorradfahren erfolgt künftig über die Kategorien A1 und A2. Die praktische Grundschulung für Motorradfahrende muss nur noch einmal absolviert werden. Sie dauert deshalb auch für die Kategorie A1 nun 12 Stunden. Der Aufstieg in eine höhere Kategorie ist nur mit Prüfung möglich.

Neuregelung der WAB-Kurse

Wer über einen Führerausweis auf Probe mit Ablaufdatum 2020 oder später verfügt, muss künftig nur noch den neuen Weiterausbildungstag absolvieren oder nachweisen, dass er den heutigen Weiterausbildungskurs 1 besucht hat (Art. 27 VZV).


Änderung der Anhänger-Kategorie BE

Ab 1. Februar 2019 kann man mit einem Führerausweis für Personenwagen (Kategorie B) jedes Fahrzeug der Kategorie B mit einem Anhänger fahren, wenn der Anhänger höchstens 750 kg Gesamtgewicht hat und das Auto für das Ziehen von Anhängern zugelassen ist. Der Anhänger darf auch schwerer sein, wenn das Gesamtgewicht von Fahrzeug und Anhänger zusammen höchstens 3500 kg beträgt. Verbindlich sind die Angaben in den Fahrzeugausweisen (Art. 3 VZV).


Verzicht auf Automateneintrag (Ausweiscode 78)

Am 1. Februar 2019 wurde der Verzicht auf den Automateneintrag eingeführt. Wer die praktische Führerprüfung in einem Fahrzeug mit Automatikgetriebe absolviert und bestanden hat, darf auch handgeschaltete Autos führen und umgekehrt.

Anmerkung: Ungefähr 55% der inverkehrgesetzten Fahrzeuge in der Schweiz (rund 2.3 Millionen Fahrzeuge) verfügen über ein manuelles Getriebe (Quelle Bundesamt für Statistik 2014).


Verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung ab Alter 75

Seit 1. Januar 2019 haben das eidgenössische Parlament und der Bundesrat das Alter für die erste verkehrsmedizinische Kontrolluntersuchung im Alter von 70 auf 75 Jahre erhöht. Über 75-jährige Ausweisinhaber müssen sich alle 2 Jahre einer ärztlichen Kontrolluntersuchung unterziehen (Art. 27 VZV).


Neues Atem-Alkoholmessgerät

Seit 1. Oktober 2016 wurde ein neues Atem-Alkoholmessgerät eingeführt, das Ethylometer. Die Messmethode vereinfacht die Kontrollen und macht in den meisten Fällen die Blutprobe unnötig und wird nur noch ausnahmsweise durchgeführt (z.B. auf Verlangen der kontrollierten Person). Der in der Schweiz gesetzliche Alkoholspiegel hat sich nicht verändert, nur die Messeinheit.

Beispiel: Blutalkoholkonzentration von 0.5 Gewichtspromille = 0,25 mg Alkohol pro Liter Atemluft


Dreispurige Autobahn, mindestens 100 km/h auf dem linken Fahrstreifen

Seit 1. Januar 2016 darf auf Autobahnen mit mindestens drei Fahrstreifen in der gleichen Richtung der äusserste Streifen links nur von Motorfahrzeugen benützt werden, die eine Geschwindigkeit von mehr als 100 km/h erreichen dürfen (Art. 36 Abs. 6 VRV). Bislang betrug die Mindestgeschwindigkeit auf dem linken Fahrstreifen 80 km/h.


Rückwärtsfahren

Seit 1. Januar 2016 ist das Rückwärtsfahren über längere Strecken nur zulässig, wenn das Weiterfahren oder Wenden nicht möglich ist (Art. 17 Abs. 3 VRV).


Sackgasse mit Ausnahmen

Am 1. Januar 2016 wurde ein neues Strassensignal "Sackgasse mit Ausnahmen" eingeführt. Sofern am Ende der Strasse ein Weg für den Fuss- oder Radverkehr weiterführt, wird das Signal mit den entsprechenden Symbolen ergänzt (Art. 46 Abs. 3 SSV).


Velofahrer

Seit 1. Januar 2016 sind die Radfahrer nicht mehr verpflichtet, die Füsse ständig auf den Pedalen zu halten. Die Lenkvorrichtung darf nach wie vor nicht losgelassen werden (Art. 3 Abs. 3 VRV).


Fahren mit Licht am Tag/Verwendung Tagesfahrlichter

Seit 1. Januar 2014 müssen Motorwagen (z. B. Personenwagen, Liefer- und Lastwagen, Cars) und Motorräder auch tagsüber mit Licht fahren (Art. 109 VTS). Von dieser Pflicht ausgenommen sind Fahrzeuge, die vor 1970 in Verkehr gesetzt wurden. Mofas, E-Bikes und Velos unterliegen keiner Pflicht für Tagfahrlichter. Bei Tageshelle dürfen so genannte Tagesfahrlichter benutzt werden. An den Regeln zur Benutzung des Abblendlichtes hat sich am 1. Januar 2014 indes nichts geändert: Bei schlechten Lichtverhältnissen (Regen, Nebel, Schneefall etc.) muss ebenso mit Abblendlicht gefahren werden wie in Tunnel oder in der morgendlichen und abendlichen Dämmerung (Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA).